Laufliste 2010
wo sind wir gewesen

01.09.-19.09.09.2010: Herden und Hirten
Petris, östlich von Bistriza (RO)
Fotos: Olympus C-55

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im Sept. 2010 ->
Berichte 2010

01.09.2010:

Als ich K.A., der zusammen mit seinen Hunden zur Zeit die WAS-Schafe im Turtmanntal hütet, davon erzählte, dass wir nach Rumänien / RO in die Ferien wollen, wäre er am liebsten mitgekommen, um zu schauen, wie es dort gemacht. wird.
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Da habe ich mich zuerst einmal mit Parkwächtern und Wildhütern im Retezat-Nationalpark ( NP ) unterhalten:
In RO leben etwa 7000 Bären, davon etwa 70 im Retezat ( 38 ha).
Sicher gibt es dort wesendlich mehr Wölfe.
Ueber Bären und Wölfe informiert man nicht viel anders als über Fuchs, Schwartzspecht und Eichhörnchen.
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Nur während 2 Monaten dürfen Pferde und Rinder im NP weiden, Schafe sind dort nicht erlaubt,
(das Gelände entspricht aber am ehesten dem Wallis),
sicher aber ausserhalb vom NP,
auch dort kann es vorkommen, dass gut eingespielte Wolfsrudel die Hütehunde überlisten .
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In RO rechnet man so mit 1 Hütehund für 100 Schafe.
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Noch etwas: in RO sind meist einige Geissen in der Schafherde.
ich habe noch nie gehört, dass hier ein Wolf eine Geiss gerissen hat .

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Hirtenhunde und Hundeknigge


Die Milchkühe gehen am Morgen hinauf auf die Dorfweiden und kommen abends zurück.
Pferde und Rinder weiden etwas weiter oben,
bewacht vom Hirten mit seinem Hund,
offensichtsicht ein Team, die sich gegenseitig gern haben,
- ja, und wenn Herr und Hirte dabei ist,
ist auch der Hund ganz friedlich.

An einem anderen Tag wollten wir
zu einer Schafherde oberhalb vom Dorf:
Oben am Hügel sahen wir sie dicht gedrängt weiden,
nichts wie hin !
So etwa 300 m weiter unten liegt ruhig
ein schwarzer Hund im Gras, ohne uns sonderlich zu beachten.
Doch bald kommen grössere, unheimlich bellende weitere Hunde nach.
Der grösste kommt auf uns zu und lässt uns nicht näher kommen.
Vorsichtig schleichen wir zurück ins Dorf.
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Klar : hier werden weder Wanderer noch Wölfe geduldet.
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Sicherlich geht es drunten im Mittelland friedlicher zu.

Einige Tage später ist es trockener und ich laufe wieder herum.
. .
Viel dichter als im Wallis und immer in langsamer Bewegung
sind Schafherden unterwegs.
Weit ausserhalb der Herde haben die Hunde selbsständig
einen Sicherheitskordon um die Herde herum gelegt.
An strategischen Stellen setzen sie sich hin,
bis die Herde gut vorbei ist.
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An diesem Tag kommt die Herde früher als üblich
in den Ferich zurück:
Am Wochenende wollen hier zahlungskräftige Jäger
aus Westeuropa Bären jagen,
auch im Wallis ist jetzt ja auch Jagt.
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Einmal je Woche bringt einer der Besitzer Nachschub
für Hirten und Herde.
Etwas ein Drittel der Schafe wird gemolken.
Es wird Schafskäse hergestellt.

Herde und Hunde sind zur Ruhe gekommen.
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Bilder unten:
Ich darf noch mit dem Bauer ein Stück das Tal hinaus fahren.
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Ein alter Hund hat wohl Schwein gehabt
und erhält das Gnadenbrot.

Kann man im Wallis davon etwas übernehmen ?
* oder ist hier alles ganz anders

( aber: alle 3 Herden, die ich sah,
waren näher als 5 km vom Dorf entfernt ) .

Wohl kaum für Schwarznasenschafe,
denn die sind keine herumziehenden Herden, sondern kleine Gruppen in festem Revier.

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1. Wildbiologen und (einige der) Hirten dürften etwas rumänich lernen, damit sie vor Ort zusätzliche Erfahrungen sammeln
können.die bei Entscheidungen helfen.
*
2.Vielleicht lernen einmal unsere Schafe, dass sie näher zusammen zurücken sollten und Individualisten gefährlicher leben,
aber wäre das im steilen Gelände möglich und gut für den Boden ?
Hierzulande wird es nur schwer möglich sein, abends Schafe im Ferich zu sammeln .
*
3. Hütehunde könnten selber neue Strategien erlernen. Aber auf steilen Hängen ist das viel schwieriger.
Sie sollten den Wolf verjagen können, bevor er den Schafen gefährlich nahe kommt .
*
4.Schaf-Besitzer der Herden sind hier viel breiter gestreut.
Man muss vielleicht zur Kenntniss nehmen, dass Wölfe ungerufen zu uns her kommen und da bleiben.
Was für Gegenmassnahmen sind da möglich?
Im oberen Turtmanntal wachten im Sommer 2010 ein Hirt und seine 4 Hunde erfolgreich über die 480
WAS-Schafe.
*
5. Wölfe müssen lernen, dass sie sich nicht ungestört an friedlichen Schafherden bedienen können.
Im Wallis verhalten sich einige Wölfe abnormal:
sie töten mehr, als sie zum Fressen brauchen.
Das ist widernatürlich und keineswegs schützenswert.

*
6. Konsumenten können lernen, dass man Herden unterstützen kann, indem man für einheimische Schafprodukte annehmebare Preise bezahlt.

anklicken zum Bericht des Hirten
Kurt Anliker im Turtmanntal
*.pdf / 3 MB gross

. . . und der sucht nun
für sich und seine Tiere
(Hunde, Schafe und Lama),
einfaches kleines Haus mit Land